Patrick Knoedler

Projekte

Was ich gebaut habe — und was nicht.

Was ich heute tue — und die Geschichten, die zeigen, wie ich arbeite. Die meisten sind gelungen. Eine wurde nie gebaut — und hat mich vielleicht am meisten gelehrt.

Aktuell

Meine aktuellen Rollen

IP500 Alliance e.V., Berlin — Vorstand (Finanzen)

Mitglied des Vorstands, verantwortlich für die Finanzen. Seit 2019 außerdem Markt- und Projektentwicklung für Spanien und Lateinamerika.

ip500.org

Broadnet Chip & CoreNetiX — Advisory Board Member

Beirat bei den Technologieunternehmen hinter der IP500-Technologie: Strategie, Partnerschaften und internationale Marktentwicklung.

IP500-Technologie

Medicatoria — Internationaler Beirat

Botschafter für Start-ups und Ökosysteme, seit 2023: Technologien für eine bessere Gesundheitsversorgung in abgelegenen Regionen.

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KiotSCO SAS — Gründer, Bogotá (seit 2019)

Beratung für drahtlose IoT-Protokolle; Partner von IP500, MICROSENS und ISORYX für Lateinamerika und Spanien.

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Movie Plus Medien

Das Hinterzimmer, in dem Amazon gedacht wurde

Videothek Manhattan No. 1

Ein Videogroßhandel klingt nach Kartons und Lieferscheinen. In Wahrheit war es ein Wettlauf gegen die Zeit. Jeder Film hat einen Starttag, und an diesem Tag muss er im Laden stehen — sonst geht der Kunde zum Nächsten. Wir versorgten hunderte Videotheken, und wenn die Studios nicht jeden Laden erreichten, sprang unser Lager ein: Ware ein, zwei Tage vorher annehmen, über Nacht sortieren, am Starttag an alle verteilen. Ein Uhrwerk aus Papier, Telefon und Fax.

Mich interessierte weniger das Uhrwerk als die Frage dahinter: Woher weiß man vorher, was die Menschen sehen wollen? Also fing ich an zu bauen — eine kleine Software, die aus dem, was gestern lief, ableitete, was morgen gebraucht wird. Nichts Glänzendes, aber sie dachte mit.

Das Schönste an dieser Zeit waren aber nicht die Prozesse, sondern die Gespräche. Einer meiner ersten Mitarbeiter, Matthias Peuckert, saß mit mir im Büro, wenn wir darüber sprachen, wie Handel eigentlich funktionieren müsste — offener, datengetrieben, ohne Umwege. Jahre später ging er zu Amazon und baute dort genau dieses Geschäft mit auf, das wir in unserem Hinterzimmer nur gedacht hatten.

Was blieb: Gute Ideen sind selten laut. Manchmal entstehen sie in einem Videogroßhandel in Süddeutschland — und man erkennt sie erst, wenn jemand anderes sie groß macht.

Details
Bis zu 800 Titel pro Monat disponiert · von Faxlisten über eine selbst geschriebene Access-Anwendung und automatisch eingelesene Excel-Rückmeldungen der Videotheken bis zum ersten Online-System per Modem · später integriertes ERP (SoftENGINE) · Movie Plus Medien GmbH, Geschäftsführer 1996–2020 · bis zu 800 Titel pro Monat disponiert · von Faxlisten über eine selbst geschriebene Access-Anwendung und automatisch eingelesene Excel-Rückmeldungen der Videotheken bis zum ersten Online-System per Modem · später integriertes ERP (SoftENGINE) · e-group entertainment GmbH, 2007–2009 (50 % Movie Plus): drei ERP- und Buchhaltungssysteme zu einem zusammengeführt, 55 und 15 Mio. € jährliches Einkaufsvolumen, rund 50 % weniger Bearbeitungsaufwand, Lieferzeit von zwei Wochen auf vier Tage.

IP500

Wenn Konkurrenten sich auf eine gemeinsame Sprache einigen müssen

Präsentation vor großem Bildschirm

Es begann als Bewertung. Bei Consult Cube prüfte ich ein Startup, wie man Dutzende prüft — Technik, Markt, Team. Nur dass ich diesmal nicht weiterzog, sondern blieb. Aus dem Prüfer wurde ein Bauer.

Die Technik war das Einfachste: ein Funkstandard für Gebäude — sicher, sparsam, zuverlässig. Das Schwere war menschlich. Denn ein Standard funktioniert nur, wenn Firmen, die sich sonst bekämpfen, sich auf dieselbe Sprache einigen. Jeder will, dass die anderen sich anpassen. Keiner will der Erste sein.

Genau da lag meine Arbeit — nicht im Labor, sondern zwischen den Menschen: Hersteller, Städte, Universitäten und Behörden an einen Tisch bringen, in Europa und Lateinamerika, und aus Einzelinteressen ein Ökosystem machen.

Es erinnerte mich an etwas Altes. In der Biologie funktioniert ein Körper, weil Millionen verschiedener Zellen sich auf gemeinsame Signale verlassen — kein Dirigent, nur ein geteilter Code. Ein Standard ist nichts anderes: ein Vertrauensvertrag zwischen Fremden.

Was blieb: Die schwierigste Technologie ist selten die Technik. Es ist die Frage, wie man Menschen dazu bringt, einander genug zu vertrauen, um zusammenzuspielen.

KiotSCO SAS · Bogotá

Eine Brücke aus Funkwellen zwischen Europa und Kolumbien

Das KiotSCO-Team in Bogotá

2019 gründete ich in Bogotá KiotSCO — als Gründer, Geschäftsführer und Mitinhaber. Die Ausgangslage war einfach: Europäische Technologie für sichere, sparsame Funknetze in Gebäuden und Städten gab es bereits. Was fehlte, war jemand, der sie nach Lateinamerika bringt und dort mit den Menschen, Firmen und Institutionen verbindet, die sie brauchen.

KiotSCO wurde zum IP500-Partner für Lateinamerika: Beratung zu drahtlosen Protokollen für industrielle, gewerbliche und öffentliche Sicherheit, Energieeinsparung durch intelligente Lichtsteuerung — und heute auch die Betreuung von Cloud-Plattformen, über die IP500-Netze laufen. Auf einem großen Bildungscampus in Villavicencio ging es um eine schrittweise Nachrüstung: Licht- und Energieautomation, Sensorik, Netzintegration — mit Technologiepartnern aus Europa und Ingenieuren vor Ort.

Heute ist KiotSCO Partner von MICROSENS für Kolumbien, Lateinamerika, Spanien und die USA sowie Vertriebsentwicklungs-Partner von ISORYX für Kolumbien, Lateinamerika und Spanien.

Was blieb: Technologie überquert keinen Ozean von allein. Sie braucht jemanden, der beide Seiten versteht — die Technik und die Menschen.

kiotsco.com

ISORYX

Warum der Test wichtiger war als das Ergebnis

Man reichte mir eine Beschichtung, dünn wie ein Anstrich, mit dem Versprechen, sie halte die Wärme im Haus. Und mit einem Problem: Sie fiel bei den genormten Dämmtests durch. Für die meisten wäre das das Ende gewesen — durchgefallen ist durchgefallen.

Mich machte genau das neugierig. Ich sah mir an, wie diese Tests messen, und stutzte: Der entscheidende Faktor war die Dicke des Materials. Für klassische Dämmung ergibt das Sinn — dicker ist wärmer. Aber für eine hauchdünne Schicht, die über einen ganz anderen physikalischen Weg wirkt, ist die Dicke der falsche Maßstab. Man maß einen Läufer mit der Stoppuhr eines Schwimmwettkampfs.

Also drehte ich die Frage um. Nicht: Besteht das Produkt den Test? Sondern: Ist das überhaupt der richtige Test? Die Antwort lag in über zehn Jahren echter Projekte, in denen die Wirkung messbar war — im Feld, nicht im genormten Labor.

Was blieb: Bevor man eine Antwort bewertet, muss man prüfen, ob die Frage stimmt. Ich behaupte nicht, dass jede unkonventionelle Technologie hält, was sie verspricht. Ich sage nur: Man muss sie mit dem richtigen Maßstab prüfen, bevor man urteilt.

Whizz

Das, was wir nicht gebaut haben

Logo net-markt.com DVD & Games aus den frühen 2000ern
Aus derselben Zeit: frühe E-Commerce-Versuche.

2006 hatte ich eine Idee für etwas, das es noch nicht gab: eine Internet-Community, in der Menschen Fotos und Videos teilen, Trends entstehen und eine eigene Währung Aktivität belohnt. Ihr Kern war eine neue Art zu suchen, die ich Suchpools nannte — eine Idee, an der ich bis heute weiterbaue. Facebook war gerade erst öffentlich, Instagram vier Jahre entfernt. Ich nannte das Ganze Whizz.

Die Idee war meine — aber um sie in echte Algorithmen zu übersetzen, holte ich die Richtigen zusammen: das Dortmund Intelligence Project von Wolfgang Kantschik für computational intelligence und Professor Gerhard Weikum vom Max-Planck-Institut für Informatik mit seiner Doktorandin Melanie Gnasa für die intelligente Suche. Eine offizielle, bezahlte Zusammenarbeit — kein Buzzword-Team, sondern Spitzenleute, die mein Konzept auf wissenschaftlichen Boden stellten.

Und dann bauten wir es nicht.

Warum? Nicht, weil die Idee falsch war. Es fehlte an dreierlei zugleich — Kapital, Timing und ein Team, das sich ganz darauf konzentrieren konnte —, während ich mitten in einer geschäftlichen Neuordnung steckte. Das ist die unbequeme Lektion: Eine starke Idee wird nicht von selbst zur Firma, die sie sein könnte. Ausführung braucht Kapital, Menschen, Timing und Fokus im selben Moment — fehlt eines, bleibt die beste Idee ein Pflichtenheft.

Was blieb: Ein Faden, der sich erst im Rückblick zeigt — von der Vorhersage-Software bei Movie Plus über Whizz bis zu meiner heutigen Arbeit mit KI: Wie führt bessere Information zu besseren Entscheidungen? Und der Respekt davor, warum Dinge scheitern.

sensfix · Interim VP Business Development

Auf Zeit an Bord

Von Juni bis Dezember 2023 war ich Interim VP Business Development bei sensfix, einem Technologie-Unternehmen für vorausschauende Wartung und maßgeschneiderte Sensorik. Die Aufgabe war typisch für das, wofür man mich holt: in ein laufendes Unternehmen einsteigen, schnell verstehen, was die Technik kann und wo sie gebraucht wird — und daraus Märkte machen.

Ich bewertete internationale Chancen, arbeitete an der Expansion in spanischsprachige Märkte und verband das Angebot mit Partnern in Europa und Lateinamerika. Im Kern stand wieder eine bekannte Frage: Welche Daten aus Gebäuden und Maschinen führen zu besseren Entscheidungen — bevor etwas kaputtgeht?

Was blieb: Als Interim-Manager ist man Gast mit Verantwortung. Man muss schnell Vertrauen gewinnen — und so arbeiten, dass es auch ohne einen weitergeht.

Interview bei TechFinitive (2023, englisch)

Medicatoria

Gesundheit dorthin bringen, wo sie fehlt

Seit 2023 unterstütze ich Medicatoria im internationalen Beirat und als Botschafter für Start-ups und Ökosysteme. Es geht um Lösungen für eine bessere Gesundheitsversorgung in abgelegenen und unterversorgten Regionen.

Meine Rolle ist die, die ich am besten kann: passende Technologien und Start-ups finden — Sensorik, Konnektivität, KI — und sie mit den Menschen und Partnern zusammenbringen, die daraus eine funktionierende Versorgung machen können.

Was blieb: Die sinnvollste Technologie ist die, die dort ankommt, wo sie am meisten fehlt.

Weitere Stationen

Unterstützende Projekte

  • E-group — 2007–2009, Köln — drei ERP- und Buchhaltungssysteme zu einem zusammengeführt; 55 und 15 Mio. € jährliches Einkaufsvolumen, rund 50 % weniger Bearbeitungsaufwand.
  • Consult Cube — 2012–2019, Zürich — Partner für Private Equity sowie internationale Projekt- und Investmentbewertung.
  • Sarl Martres & Foglers — 2012–2019, Saint-Paulet, Frankreich — Geschäftsführer eines Herstellers von Freizeit- und Bademode.
  • KreARCE — 2019–2023, Bogotá — Gastfreundschaft und Gemeinschaft: das Restaurant Peace & Love in der Casa KreARCE, More Food und La Tiendita de Rosi. Die Restaurants habe ich inzwischen verkauft.
  • BIT Consulting — Technologie-Ökosysteme, u. a. die Keynote für Ecopetrol 2025.
  • Unabhängiger Berater — seit 2013, zwischen Bogotá und Barcelona.

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